Tripolis (AP) Frauen aus der ganzen
Welt haben sich am Wochenende in Libyen zum ersten internationalen
Schönheitswettbewerb des Landes versammelt. Die 23 Teilnehmerinnen trugen
allerdings nicht wie bei solchen Veranstaltungen üblich Badeanzüge und
Abendroben, sondern T-Shirts und Kleider mit Bildern des libyschen Staatschefs Muammar el Gaddafi.
Internet-Nutzer kürten am Samstag die Britin Lucy Layton zur neuen
«Miss Net World».
Layton und ihre Kolleginnen hatten zuvor eine Woche lang das
nordafrikanische Land besucht und auch Gaddafi getroffen. Auf Fotos war zu
sehen, wie die Amerikanerin Tecca Zendik bei dem Treffen mit dem
Staatschef in Tränen ausbrach. Es hieß, Gaddafi habe ihr erzählt, dass
seine Adoptivtochter bei US-Bombenangriffen 1986 getötet worden sei. Die
Vereinten Nationen hatten 1992 Sanktionen gegen Libyen verhängt, weil das
Land in den Absturz einer Pan-Am-Maschine 1988 über Schottland verwickelt
sein soll. Libyen hatte zwei Verdächtige ausgeliefert, die Sanktionen
wurden daraufhin 1999 ausgesetzt.
Mit dem Schönheitswettbewerb will Libyen jetzt wahrscheinlich um
Touristen werben. Der Gründer des Wettbewerbs, Omar Harfuch, erklärte in
den Medien, die Wahl der «Miss Net World» stehe unter dem Motto:
«Schönheit wird die Welt retten.»